Wissenswertes

Thermogeneratoren

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Geschichte der Thermogeneratoren (Thermovoltaik).

Im folgenden eine lockere Auflistung der Meilensteine im Bereich der Stromerzeugung direkt aus Wärme (Seebeck Effekt), soweit mir bekannt. Geräte dieser Art werden als Thermogeneratoren bezeichnet, und gehören zur Gruppe der Thermovoltaik (Thermovoltaik = Strom aus Wärme, im Vergleich dazu ist Photovoltaik = Strom aus Licht). Bekannt wurden diese Geräte auch als Thermoelemente, wie sie z.B. in kleinen Kühlboxen und auch kleinen Kühlschränken enthalten sind. Manchmal werden diese Thermoelemente auch als Kühlelement für Computerprozessoren verwendet.

Die Erfindung erfolgte um 1820 von Herr Seebeck. Um 1880 hat sich nach heutigen Vermuten auch Thomas Edison damit beschäftigt. Ebenfalls um 1880 baut der Franzose Clamond einen Thermogenerator, der aus mehreren tausend Elementen besteht, und bei über 100 Volt bis zu 3,5 A bereit stellen kann. Um 1890 baut der Amerikaner Thermogeneratoren für die Industrie. Die Entwicklung wurde eingestellt, weil sich der Dynamo/Stromgenerator gerade verbreitet.

Um 1900 verschwinden Thermogeneratoren zunächst, weil der Wirkungsgrad zu schlecht ist. Dampfmaschinen, meist mit nachgeschalteten Siemens Dynamo, konnten mehr Strom erzeugen. Um 1940 wird in Russland von einem (mir) unbekannten Entwickler der TGK 3 entwickelt. Er ist so klein wie ein kleines Röhrenradio, wird mit einer kleinen Gasflasche (Flamme) betrieben, und leistet ca. 3 Watt elektrischen Strom direkt aus der Flamme. Damit konnte auch in abgelegenen Gegenden wenigstens etwas Strom erzeugt werden. Zur gleichen Zeit wird in Russland ein solches Gerät in abgewandelter Form als "Partisanenkantine" tausendfach hergestellt. Man hängt es über dem (offenen) Feuer, und hatte eine kleine Leistung von wenigen Watt, z.B. für Funkgeräte zur Verfügung, oder konnte kleine Akkus laden.

Um 1960 kauft eine US amerikanische Firma einen alten TGK3 Generator, und versucht mittels nuklearer Wärme in Experimenten das System weiter zu entwickeln. Ca. zur gleichen Zeit kommen neue (Halb)Leiter auf dem Markt, welche den Wirkungsgrad von einst nur wenigen Prozent jetzt schon in Bereich von bis zu 7 % bringen.

Ebenfalls um 1960 entwickelt MIT-Professor Paul Gray auch solche Geräte für Satelliten, beheizt von Radioisotopen (instabile Atomsorten, deren Kerne zerfallen und Wärme erzeugen). Um 1998 macht auch ein deutscher Autohersteller (BMW) große Versprechungen, die jedoch nicht eingehalten wurden. Statt einer herkömmlichen Lichtmaschine wolle man ab ca. 2010 den Bordstrom aus einem Thermogenerator gewinnen, welcher von der Motorwärme gespeist wird. Um 2009 wird von der NASA für die Marsmission ein Plutonium betriebener Thermogenerator gebaut, welcher ca. 15 Jahre lang eine Dauerleistung von über 100 Watt abgeben kann. Weitere Infos gibt es z.B. bei der Deutschen Thermoelektrischen Gesellschaft e.V. (siehe bei den "Links").

So Leute, jeder Beitrag hat mal ein Ende, und dieses Ende ist nun hier :-)